„Wir sind Gars, mit allen was dazugehört“

Man wollte, und musste nicht, dass haben Schülerinnen der 9. Jahrgangsstufe der Mittelschule Gars am vergangenen Donnerstag bei einem Besuch der Tages- und Wohnstätte in Gars am Inn, eine Einrichtung des Franzsikushauses Au am Inn, beeindruckend unterstrichen!

Schon beim Versenken der Zeitkapseln, anlässlich der 1.250 Jahr – Feierlichkeiten in Gars (wir berichteten), haben sich die Schüler des Hauswirtschaftsunterrichts sehr engagiert gezeigt, als diese freiwillig die Verpflegung der Gäste übernahmen.

Nun war es an der Zeit zu entscheiden, was mit dem Reinerlös geschehen sollte und auch hier war man sich schnell einig. Mit extra im Unterricht hergestellten Gebäck stattete man am Donnerstag der Tages- und Wohnstätte einen Besuch ab und überreichte neben dem, von den Bewohnern, gern genommenen Gebäck, an die Leitung des Hauses die, durch die Zeitkapseln erwirtschafteten, Gesamteinnahmen. Wie sehr sich die Bewohner über die nette Abwechslung und das gerade ihnen der Erlös zugedacht wurde freuten, zeigte sich bei einer ausführlichen Führung durch das Haus, welche souverän überwiegend von einem jungen Bewohner geleitet wurde. Im Detail stellte sich die Leitung des Hauses den erfreulich vielen Fragen der Besucherinnen, die überraschend gut auf ihren Besuch vorbereitet schienen. Natürlich aber stand der Vergleich im Vordergrund ob den die Kinder und Jugendlichen der Einrichtung auch über heute beinahe unerlässliche Annehmlichkeiten wie Handy, Playstation und Co. verfügen. „Wie zuhause!“ wurde festgestellt, als man erfahren durfte, dass den Bewohnern diese Mittel natürlich zur Verfügung stehen, aber darauf geachtet wird, dass diese nicht zum Mittelpunkt werden. So stehen Handys während der Schulzeit und über Nacht nicht zur Verfügung und auch die virtuelle Welt von Playstation und Co. nehmen im Haus keine zentrale Rolle ein. Dort haben die Kinder und Jugendlichen, je nach ihren Möglichkeiten, gewisse Dienste im Bereich der Hauswirtschaft zu verrichten, sich um ihre Zimmer zu kümmern und natürlich nach den schulischen Pflichten viel Freiraum für Unternehmungen in der häuslichen Gemeinschaft. Einige Bewohner gewährten Einblicke in ihre Zimmer, hat man hier Gruppenschlafräume oder ähnliches vielleicht erwartet, wurde man von sehr freundlich und wohnlich eingerichteten Einzelzimmern, die auch als Rückzugsraum dienen können, überrascht. Wie zuhause eben, wobei die besichtigten Zimmer sicherlich ein klein wenig ordentlicher als die eigenen „Buden“ zuhause gewesen sein dürften. In der Freizeit Volkstanz und Schublatteln? Auch das ist in der Einrichtung beinahe an der Tagesordnung und kommt nicht etwa als Pflichtstunde zur bayerischen Tradition daher. Ein von diesem Brauchtum begeisterter Bewohner führte spontan sein Können vor, im Anschluss konnte man erfahren, dass dieser interessierte Mitbewohner darin sogar unterrichtet, in jedem Fall aber bei seinen Aufführungen zu den verschiedensten Anlässen alle Blicke begeistert auf sich zu ziehen versteht.

So manche Vorstellung solcher Einrichtungen dürften sich grundlegend geändert haben und bei einer abschließenden Fragerunde stellte sich schnell heraus, dass einige der Schülerinnen ihre berufliche Zukunft im Bereich der Kinderpflege und Erziehung sehen. Vielleicht ein erster Besuch mit der Option auf gegenseitigen Ausbau?

Auf alle Fälle aber haben die Schülerinnen der 9. Jahrgangsstufe ohne es zu wissen den Leitgedanken des Festjahres „wir sind Gars mit allem was dazugehört“ zum Ausklang des Festjahres nochmals deutlich in den Mittelpunkt gestellt.

Am 8. Dezember schließt nun die Vorstellung eines Lesebuches in der neuen Turnhalle des Gymnasiums Gars das Festjahr ab. Ein Buch als Rückschau auf das Festjahr, die vergangenen 50 Jahre, kirchlicher und weltlicher Ereignisse und Personen, mit bisher unveröffentlichten Bildern und Texten. Beginn ist um 19:30 Uhr, für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt.

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