Wasserburger Schäffler besuchen Gars am Inn

Alle sieben Jahre treten sie auf, begeistern jung wie alt und blicken auf eine lange Geschichte zurück!

Am vergangenen Freitag, den 11.01.2019, waren die Wasserburger Schäffler, auf Einladung der Sparkasse Wasserburg (Zweigstelle Gars) vor der Sparkasse Gars zu Gast und lockten mit ihrer Darbietung viele Schaulustige an.

Erstmal im Jahr 1702 nachgewiesen, fand der Schäfflertanz, an dem ursprünglich nur unverheiratete Schäfflergesellen mit einwandfreien Leumund teilnehmen durften (auch Schäfflermeister oder deren Söhne durften nicht teilnehmen)  in München seinen Ursprung.

Der Legende nach wurde der Tanz erstmals 1517 während einer Pestepidemie aufgeführt, um die Bevölkerung, die sich aufgrund der Pest kaum mehr auf die Straßen traute, zu beruhigen und das öffentliche Leben wieder in Gang zu bringen. Die Legende, die ihn mit der Pest in Verbindung bringt, dürfte erst im 19. Jahrhundert entstanden sein. Es wird bezweifelt, dass es 1517 in München zu einer Pestepidemie gekommen war, da die Sterberegister für dieses Jahr keine Auffälligkeiten zeigen.

Kann heute auch der Ursprung nicht mehr zweifelsfrei nachgewiesen werden, blieb die Faszination über die Jahre erhalten. Das der Tanz nur alle sieben Jahre aufgeführt wird soll seine Ursprung darin haben, dass alle sieben Jahre ein verstärktes Auftreten der Pest vorgekommen ist. Wahrscheinlicher aber ist, dass Herzog Wilhelm IV, der den Schäfflern das Recht gab alle 7 Jahre den Tanz aufzuführen, ein Überhandnehmen der Feste verhindern wollte.

Ungeachtet des geschichtlichen Hintergrundes waren die Zuschauer von der Darbietung der Wasserburger Schäffler begeistert und auch wenn der Tanz seinen Ursprung in München genommen hat, weisen die Wasserburger, als wohl eine der wenigen Gruppen, noch einen waschechten Schäfflergesellen aus.

Besonders die Kasperl der Schäfflergruppe hatten es einigen anwesenden Kindergartengruppen angetan, die sich zusammen mit diesem kurzerhand anschickten den Schäfflern die Show ein klein wenig zu klauen, indem auch sie zu den Klängen der Wasserbuger Stadtkapelle ihren Tanz aufführten. Mit einer Ansprache an die Gäste beendete der Kasperl mit den Worten, dass es nun in der Sparkasse soviel Geld wie man eben möchte geben würde und die Automaten geöffnet sein, den Tanz. Ganz soweit aber dürfte dann die Einladung nicht gegangen sein, ein Ansturm auf die Schalter und Automaten war im Anschluss zumindest nicht zu erkennen.

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