Volksfest Gars mit ungewisser Zukunft!

Nach heftiger Kritik im Vorjahr stand das diesjährige Volksfest im Zeichen einer „Bewährungsprobe“ für die Festwirtfamilie Hanetzok, dieser wurde sie wohl gerecht und doch ist die Zukunft des Garser Volksfestes zweifelhaft.

Gars / Au am Inn, unter dem Zeichen deutlicher Kritik aus dem Vorjahr, die den 1. Bürgermeister der Marktgemeinde Gars a. Inn, Norbert Strahllechner, dazu veranlasste der Festwirtfamilie ein Bewährungsjahr aufzuerlegen, stand das diesjährige Volksfest der Gemeinde. Trotzdem die Festküche deutlich optimiert wurde, sorgten die Garser Bürger für ein, über weite Strecken, nur spärlich besetztes Festzelt, das selbst an den traditionell starken Festtagen nicht an das Vorjahresergebnis, geschweige denn an frühere Zeiten, anschließen konnte.

Merklich hat die Festwirtfamilie Hanetzok am Konzept der Küche gefeilt, lange Wartezeiten, wie noch im letzten Jahr, gehörten der Vergangenheit an und auch sonst überstiegen Beschwerden nicht den für ein solches Fest üblichen Rahmen.

Das von der Brauerei Stierberg nach Originalrezept, ausschließlich für das Garser Volksfest, gebraute „Klosterauer Gold“ erfreute die Gaumen der Gäste, wie auch in den letzten Jahren, mit seiner Süffigkeit und hervorragenden Geschmack. Auch das jüngste „Kind“ der Traditionsbrauerei aus Stierberg, das Weißbier, fand erneut viele bereitwillige Abnehmer. Unterm Strich sollte man also meinen alles sei wieder in Ordnung und die Zukunft des Festes gesichert.

Selbst weithin bekannte Kapellen wie die D´MOOSNER oder auch der eigentlich immer gut besuchte Weißblaue Stammtisch des Radiosenders ISW mit Theresia Kölbl und Herbert Suttner als Moderatoren, die zahlreiche Stars der Volksmusik und mit Julia Buchner eine Vertreterin des modernen deutschen Schlagers im Gepäcke hatten, vermochte nicht das über die Jahre hinweg ohnedies bereits merklich geschrumpfte Festzelt zu füllen.

Im näheren Umkreis zeitgleich stattfindende Festlichkeiten sollen es aus Sicht der Verantwortlichen sein, die für einen stetigen Rückgang der Besucherzahlen sorgen. Da auch in den kommenden Jahren davon auszugehen ist, dass anderenorts zeitgleich Veranstaltungen stattfinden werden, wird sich die Situation für Gars nicht unbedingt verbessern, solange man nicht den Schritt wagt das über die Jahre eingefahrene 0 8 15 Konzept, welches heute einfach nicht mehr zeitgemäß scheint, anzupacken und Grundsätzliches zu verändern.

Bedauerlich auch die Zusammenfassung der Polizei, insgesamt 5 Verletzte forderten zwei handfeste Auseinandersetzungen von Samstag auf Sonntag aufgrund derer nun weitere Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung und weiterer, verschiedener, Körperverletzungsdelikte durchgeführt werden müssen, wobei die Festwirtfamilie auch in diesem Jahr erheblich in die Sicherheit investiert hatte und für solche Zwischenfälle nicht verantwortlich sein kann.

Trotz einer eigentlich positiven Entwicklung der Küche und der Festlichkeit an sich, die nun eben das Vertrauen der Garser wieder gewinnen muss, steht die Zukunft des Festes mehr denn je in Frage. Ganz offiziell und exklusiv teilte die Generalunternehmerin, Gabi Rilke, vom Schaustellerunternehmen Rilke den Ausstieg aus dem Garser Volksfest mit. Bereits im nächsten Jahr wird man für die Festlichkeiten nicht mehr zur Verfügung stehen. Stetig rückläufige Umsätze, schlussendlich aber unüberwindbare Gräben mit dem Festwirt Jürgen Hanetzok, untermauern diesen Entschluss. Nur auf Bitten des 1. Bürgermeisters hat man in diesem Jahr das Garser Volksfest noch unterstützt, ansonsten wäre man bereits heuer nicht mehr angereist.

Damit muss nach Stand heute der Volksfest im nächsten Jahr ohne Schausteller auskommen den natürlich, so Gabi Rilke, hat der einstige Wunschstandort Gars erheblich durch ein nicht ideales Konzept an Attraktivität für die Schausteller verloren. Dies spreche sich in der Branche herum und so bezweifelt Gabi Rilke das Jürgen Hanetok für das nächste Jahr Schausteller im ausreichenden Umfang und mit zufriedenstellender Qualität verpflichten kann.

Eine Hintertüre aber hält sie sich offen: „Insofern in Gars ein familienfreundliches Konzept zum Tragen kommt, bei dem auch die Schausteller wieder Grund zur Hoffnung haben dürfen, sind wir selbstverständlich auch gerne wieder bereit wieder nach Gars zu kommen!“ (siehe Infokasten).

Der einstige „Stier“ Garser Volksfest steht also angeschlagen seinem Torero „vergangene Erfolge“ gegenüber, abzuwarten ist ob er dem bereits angesetzten Gnadenstoß nochmals ausweichen kann.

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