Musikalisch ein Genuss, aus Veranstalter Sicht ein toller Erfolg!

Die Unterbiberger Hofmusik zu Gast am Gymnasium Gars

Es gibt sie, die Konzerte bei denen man mindestens ebenso oft auf die Uhr wie auf die Bühne blickt und jene beneidet, die sich zur Pause aus dem Saal schleichen können. Am vergangenen Samstag aber fragte man sich nur, wo denn die Zeit geblieben ist, knapp zwei Stunden Programm waren viel zu schnell vorüber.

Gars. Als am Samstag, den 17.03.2018, nach der Uraufführung des Films über die gerade absolvierte Ägypten-Tournee pünktlich im 19.30 Uhr das Konzert der Unterbiberger Hofmusik in der neuen Halle des Gymnasiums begann, konnten sich wohl nur die wenigsten Zuhörer vorstellen, was sie in den nächsten knapp zwei Stunden zu erwarten hatten. Aber schon nach den ersten gespielten Takten wussten auch musikalisch untalentiertere Zuhörer, dass es einen deutlich hörbaren Unterschied zwischen Berufs- und Freizeitmusikern gibt. Kein bayerisch-türkisch-arabischer Musikabend mit verzweifelten Versuchen, Verständnis für die aktuelle politische Situation zu schaffen, sondern ein ebenso musikalisch professioneller wie den Mitmenschen – gleich welcher Nationalität – zugewandter Ausflug in den Orient und in die Türkei mit einem sicheren Start und einer sicheren Landung in Bayern. Franz Himpsl, der Leiter der Unterbiberger Hofmusik, wusste dazu zwischen den von fetzigen folkloristischen Klängen bis zum Jazz auf dem Alphorn reichenden äußerst abwechslungsreichen Stücken viel Anekdotisches zu berichten. So hatte man ihn z. B. in der Türkei einen „Bierschädl“ genannt (so hatte es sich für ihn jedenfalls angehört) und ihn damit auf Türkisch auf das herzlichste willkommen geheißen. Auch auf die mancherorts etwas delikate Frage nach seiner Religion hat er sich weltweit mit der Antwort, ein „Biertrinker“ zu sein, sehr geschickt aus der Affäre gezogen und alle theologischen Diskussionen und Irritationen von vornherein vermieden.

Einen bleibenden Eindruck konnte er mit seinen drei Söhnen, seiner Gattin Irene Himpsl und zwei weiteren Vollblutmusikern auch in Gars hinterlassen. Alle zusammen forderten das Publikum ganz ungeniert auf mitzumachen und hatten damit auch rundum Erfolg. Schon am Nachmittag hatten die Unterbiberger in einem Workshop mit Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums einen gemeinsamen Auftritt ein wenig einstudiert, bei dem dann die teilnehmenden Schüler und das Publikum die Begeisterung, wie so oft an diesem Abend, kaum in Grenzen halten konnten. Erstaunlich und beeindruckend, wie gefällig und mitreißend sich orientalisch-türkische Musik auf Blech gespielt auch für die Ohren in unseren Breitengraden anhört, ebenso erstaunlich, wie selbstverständlich eine aus Syrien stammende Familie kurzerhand in das Programm eingebunden wurde, wobei man sehr schnell auf heitere Weise auf die – zumindest lautliche – Sprachverwandtschaft  der arabischen und bayrischen Sprache gekommen ist und alle gemeinsam einen Refrain auf „Rehragout“ intonierten, was immer dies auf Arabisch heißen mochte. Der auf den Plakaten angekündigte Brückenschlag aus Bayern in die Welt war damit nicht nur zu einem musikalischen Versuch, sondern zu einer tatsächlichen und höchst erheiternden Tatsache geworden.

Damit hat das Gymnasium Gars eine gelungene Auftaktveranstaltung für das Festjahr zum 1250 jährigen Bestehen der Gemeinde Gars auf die Bühne und die Unterbiberger Hofmusik sich in die Herzen der Zuhörer gezaubert

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