Kranker Bürgermeister, dünner Radler und eine vergessene Fahne…

Beim schon traditionellen Starkbierfest der Räuberschützen Mittergars fanden „Mama Bavaria“ (Irmi Hinmüller) und „Bruder Barnabas“ (Harald Bauernschmid) die richtigen Worte für so manchen politischen und kommunalen Schildbürgerstreich des vergangenen Jahres.

Gars/Mittergars, bis auf den letzten Platz besetzt war der Mittergarser Dorfsaal, die Helfer rund um die Räuberschützen hatten, wie gewohnt, alles perfekt organisiert. Üppige Brotzeiten verkürzten, bei Bockbier vom Holzfass und dem „Hubertus“ Weißbierbock, die Wartezeit bis zur Fastenpredigt und dann wurde der bayerischen und kommunalen Politik charmant zum 7. Mal der Spiegel vorgehalten. Ein kleines Jubiläum, ist es doch die 5. Fastenpredigt von Irmi und Harald gewesen.

Namen würden in der Predigt fallen, Namen die man dann auch in der Zeitung und im Internet wiederfinden könne. Dies setzt das Einverständnis der anwesenden Gäste voraus, alternativ könne man ein dreiseitiges Formular ausfüllen und anschließend auswerten, knapp zwei Stunden würde sich die Predigt dann verzögern. Dies war die Mittergarser Antwort auf die Datenschutzgrundverordnung, Bürokratie brauche halt Zeit. Zu befürchten wäre auch, dass beim bevorstehenden Neubau der Schützen ein Archäologe die Baugrube inspizieren könnte. „Findet der alte Kelche oder ein paar Gebeine!“ wäre es erstmal vorbei mit der Graberei, schließlich baut man ja auf dem Gelände der ehemaligen Kirche von Mittergars.

Ein „kindischer“ Horst Seehofer der, „wenn sie (Angela Merkel) nicht will wie er will geht oder doch bleibt!“ leitete über zu „Kim Jong“ Söder, alias Markus Söder. Die „Bavaria one“ zeige, positioniert auf einem Bild mit Raketen, deutliche Ähnlichkeiten zum nordkoreanischen Machthaber. Nach weiteren Ausflügen in die Bundespolitik wandte sich die Predigt den wirklich ernsten Themen des vergangenen Jahres zu:

Große Sorge hatte Mama Bavaria um den 1. Bürgermeister der Gemeinde, der nach dem Starkbierfest immer kränklich sei und Bruder Barnabas übte deutliche Kritik am viel zu dünnen Radler bei der 1.250 Jahrfeier der Gemeinde im letzten Jahr. Ein Eisgruber halt, vom Bock versetzt, vom Gewitter überrascht, die Büchse voll Wasser, konnte er den Affen nicht mehr schießen und so warteten seine Musiker vergeblich auf den Dirigenten beim Kesselfleischessen zur 1.250 Jahrfeier, der musste sich in der Saune erst wieder trocknen.

Viel Lob erntete indes die Landjugend für die perfekt aufgezogene Fachsingsparty, einige Blessuren von Mittergarsern wurden genauer betrachtet und so stellte man z.B. beim Trautbeck Martin die Diagnose „Unterbier“, sonst wäre er nach der Theaterprobe nicht so blöd gefallen, dass er am nächsten Tag sogar einen Arzt aufsuchen musste.

Die Mittergarser Feuerwehr sei bekannt dafür immer mal was zu vergessen, dass diese aber die eigene Fahne letztes Jahr Fronleichnam, zusammen mit der Fahne der Schützen, in der Kirche vergessen hat und zu Maria Himmelfahrt die Mesnerin beide mit Krautbischl verkaufen wollte, das gab es noch nie.

Klopfersingen, Kickertunier, Fussballtunier, Neuwahlen und vieles mehr stellt die Landjugend Mittergars, die Betonung liegt auf Mittergars, auf die Beine. Das OVB kürzt und kürzt und so wurde aus der Landjugend Mittergars kurzerhand der KLJB Gars vom OVB mit den Lorbeeren bedacht, stellte Bruder Barnabas fest, na ja, die einen haben die Arbeit und die anderen das Lob, so ist es halt und so wird’s wohl auch bleiben, beruhigte Mama Bavaria.

Alle in der Predigt genannten Personen und Vereine konnten herzhaft über die eigenen und die Missgeschicke der anderen lachen, unter die Gürtellinie ging es eh nicht und so soll es sein beim Mittergarser Starkbierfest.

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