Für Frieden und Freiheit, Querdenker in Gars am Inn

Rund 50 - 60 Teilnehmer versammeln sich zur Demo

Kritisches Denken über „Corona“ und die daraus resultierenden Maßnahmen der Bundes- und Landesregierungen ist in einer Zeit, in der die Unsicherheit besonders hoch scheint, nichts Ungewöhnliches. Die Geschichte ist voll von so genannten Verschwörungstheorien, sie beweist aber auch, dass nicht jede dieser Theorien unbegründet war. Die Querdenker pauschal als Verschwörungstheoretiker und „Aluhutträger“ abzustempeln wäre zu einfach. Die Maßnahmen der Bundes- und Landesregierungen in Frage zu stellen muss erlaubt sein.

Gars, den 08.11.2020, eigentlich auf dem Garser Marktplatz geplant, fand die Veranstaltung der Querdenker rund um das Schulgelände der alten Grundschule statt und wurde, für Garser Verhältnisse, von einem starken Polizeiaufgebot (4 Streifenwagenbesatzungen) begleitet.

Rund 50 – 60 Personen haben sich dazu eingefunden, darunter viele unbekannte Gesichter aus dem näheren und weiteren Umkreis der Gemeinde, aber auch einige Garser waren Zeugen der Veranstaltung und hörten teils gebannt den diversen „Vorträgen“ zu.
Den behördlichen Auflagen geschuldet wurden alle Anwesenden über diese belehrt, danach nahm man sogleich einen der Inhalte, nämlich die Maskenpflicht unter bestimmten Voraussetzungen, ins Visier. „Masken schützen nicht, sie sind nur ein von den Behörden verhängter Maulkorb!“, so von den Verantwortlichen eröffnet war die Richtung der Veranstaltung, bei der alle Anwesenden eingeladen waren über ihre eigenen Erfahrungen zu berichten, abgesteckt.

Nach musikalischem Beitrag eines Liederschreibers aus Haag ergriff dann auch gleich ein erster Besucher das Wort: „Corona ist keine Frage zwischen linker oder rechter Gesinnung, es ist eine Frage zwischen Oben und Unten!“, so folgte auch dieser konsequent dem abgesteckten Kurs. Auffällig dabei könnte sein, dass dieser Redner von weither angereist war und nicht zum ersten Mal bei den zwischenzeitlich zahlreicheren Veranstaltungen der Bewegung aufgetreten ist. Für ihn steht fest, dass eine neue Weltordnung angestrebt wird und man die ohnehin schon Privilegierten, zu Lasten der Mittelschicht, noch reicher und mächtiger machen möchte.

Eine weitere Rednerin berichtet darüber ein Gespräch an einer Garser Supermarktkasse mitgehört zu haben, bei den Kindergärtnerinnen sich über ihre Corona – Ängste ausgetauscht hätten. Daraus sei abzuleiten, dass diese Ängste auch den Kleinsten vermittelt werden und dies so ggf. Schäden für das ganze Leben davontragen könnten. Von den Verantwortlichen aufgegriffen stellen diese in den Raum: „Kindern wird erklärt das kleine Tiere auf ihren Masken krappeln, die Oma und Opa töten!“, klar dass diese dadurch Schaden fürs ganze Leben nehmen werden. Die Verantwortlichen wissen über Gespräche mit Betroffenen zu berichten, die gleich 3 Angehörige an den Virus verloren haben. In diesen Gesprächen sei man schlussendlich zu der Überzeugung gelangt, dass diese Opfer an den Folgen von Behandlungsfehlern und nicht am Virus verstorben wären, was auf der Hand läge, weil alle drei Opfer in der gleichen Klinik verstorben wären.

Wenig Fundiertes also, aber viel Hörensagen und bis dahin keine Argumente die tatsächlich zum Aufhorchen hätten bewegen können. Zumindest in Gars besteht für die Kinder in den Kindergärten keine Maskenpflicht, Eltern sollten durchwegs dazu in der Lage sein ihren Sprösslingen den Grund näher zu bringen, warum die Älteren und Erwachsenen in bestimmten Situationen diese Masken tragen ohne ihnen dabei einen Schock fürs Leben zu verpassen. Fragwürdig auch, ob es die genannten Opfer tatsächlich und dann aus den genannten Gründen gegeben hat, zumal die Verantwortlichen selbst von einer Sterblichkeit unter 0,1% und dann auch nur bei Personen von 80 und mehr Jahren, sprechen. Eine solche Häufung darf man also getrost, den gelieferten Beiträgen geschuldet, auch in Frage stellen.

Die Uneinigkeit in persönlichen Gesprächen über falsch positiv Getesteten trägt nicht unbedingt dazu bei sich den genannten Theorien anzuschließen. Hier wird von falschen Testergebnissen gesprochen, die zwischen 1 – 85 % liegen. Zum Vergleich, die zuständigen Behörden gehen von einer Fehlerquote um 5 % aus. Auch die Feststellung das die nun durchgeführten Massentests zu den angeblich hohen Infektionszahlen führen belegt nur, dass vor diesen Massentests eine deutlich höhere Dunkelziffer an Betroffenen vermutet werden darf.

Und doch gibt es Themen die fern ab davon sind diese als Verschwörungstheorien abzutun. Die wirtschaftlichen Folgen kann man bisher wohl kaum abschätzen. Besonders die Gastronomie, der Fremdenverkehr und eben alle Branchen die auf regen Publikumsverkehr und auf Veranstaltungen angewiesen sind, hier vermuten die Verantwortlichen eine bisher nie da gewesene Pleitewelle, die darüber hinaus auch Künstler und Kulturstätten nicht verschonen wird. Nach dem nun zweiten Lockdown wird sich zweifelsfrei das Bild unserer Wirtschaft deutlich verändert haben und uns alle vor neue Herausforderungen stellen.

Schlussendlich gibt es sicherlich erheblichen Rede- und Handlungsbedarf in unterschiedlichste Richtungen, unterm Strich aber ergab sich nicht ein stichhaltiges Argument welches die Corona – Pandemie an sich in Frage hätte stellen können auch dann nicht, wenn ein Verantwortlicher erklärt als Coronaleugner angesprochen dies zu bejahen und damit jedem Gegenüber alle Argumente zu entziehen, was jedoch auch daran liegen könnte, dass man eben nicht mit jedem über alle Themen diskutieren kann.

Es bleibt also nur eine Frage, die nur jeder für sich selbst beantworten kann:
„Welche Einschränkungen würde ich auf mich nehmen, um meine Liebsten und mich vor möglichen Schaden zu bewahren?“

Ohne jeden Zweifel wird es zur gegebenen Zeit eine Vielzahl an berechtigten Kritiken zu der aktuellen Pandemie geben, die es aufzuarbeiten gelten wird. Erst mit einem gewissen Abstand zu Corona wird man Fehleinschätzungen erkennen und nicht ergriffene Chancen benennen können. Bis dahin sollte die Frage erlaubt sein wie sehr das Leben der Allermeisten durch die getroffenen Maßnahmen tatsächlich eingeschränkt ist.

3 Kommentare

  1. Also ich weiß ja nicht auf welcher Veranstaltung sie waren aber einiges ist doch sehr an den Haaren herbei gezogen. Mir ist schon aufgefallen das sie bei ihren Berichten ständig ihre eigene Meinung mit Einfliessen lassen und je nachdem eben gewisse Dinge positiv oder negativ behaften. Siehe Artikel im Einkaufshelfer Frau höppel.
    Als objektiver Berichterstatter total versagt würde rde ich behaupten.

  2. Zumindest lässt die kognitive Dissonanz der Menschen etwas nach. Corona ist nur ein großes Seminar, in dem jeder in seine Prozesse der Ganzwerdung geführt wird. Ich danke der Redaktion für ihre ausgewogene Berichterstattung. Vieles kann nicht wirklich bewiesen werden so oder so. Eine Spaltung hat schon intensiv seit dem 30 Jährigen Krieg begonnen, wenn man die Geschichte genau betrachtet über eine gewisse Evolutionsstrecke. Ich hoffe, dass die Menschlichkeit in seinem Ursprung die überhand hat.

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