Big Brother ist watching you!

Privatkirche in Thal / Foto Wimmer Ferdinand

Einladend ist der Blick über den Inn auf die kleine Privatkirche in Thal, nur ein Motiv in der Gemeinde das ein intaktes Gemeindeleben zu suggerieren vermag und doch, es gibt einiges was längst nicht mehr so reibungslos wie früher funktioniert und zu teils höchst skurrilen Handlungen veranlasst.

Wer heute mit seinem Hund in unserer Gemeinde, im Besondern im Ortsteil Gars, seine Runden dreht, sieht sich schnell argwöhnischen Blicken und zur rechten Zeit auch eindeutigen Kommentaren ausgesetzt. Zahlreiche Schilder sind hier nur ein weiteres Zeichen dafür, dass Hunde unerwünscht scheinen und man gegen sie mobil macht.

Dabei hat die friedliche Koexistenz über Jahre beinahe vorbildlich funktioniert, nur sehr selten kam es zu Konfrontationen wegen Hinterlassenschaften, oder zu ernsteren Problemen wegen Übergriffen durch Hunde auf Menschen.

Bevor man darüber etwas mehr ins Detail geht sollte man deutlich unterstreichen, dass es niemandem zumutbar ist mit „braunem Gold“ auf seinem Grund und Boden, auf öffentlichen Wegen und Plätzen oder auch auf landwirtschaftlichen Nutzflächen leben zu müssen.
Genau so muss man gar nicht erst anfangen darüber nachzudenken ob man es entschuldigen könnte, wenn Hunde Menschen attackieren, ihnen gleich wie schwere Verletzungen zufügen, wobei auch Angst bereits eine Art von Verletzung sein kann.

Aussichtslose Gegenmaßnahmen
In den letzten Wochen zahlreich aus dem Boden geschossen sind Hinweisschilder auf denen zu lesen steht, dass es sich bei den dahinterliegenden Flächen nicht um Hundetoiletten handelt. Das sieht nicht nur besonders „schick“ aus, es hat zudem ganz offensichtlich absolut keinen praktischen Nutzen, denn Hunde können nicht lesen und jene Besitzer, die sich von jeglicher Freifläche angezogen fühlen um die Notdurft des eigenen Hundes mit möglichst wenigen Schritten zu ermöglichen, werden solche Beschilderungen gekonnt übersehen und darauf angesprochen im besten Fall nur aggressiv Argumentieren.

Spazierwege in Begleitung von Hunden gesperrt
Nicht mit dem bayerischen Umweltschutzgesetz zu vereinen ist die Sperrung von Wegen, auch wenn diese über Privatgrund führen, wenn diese nicht eingezäunt sind. Es verlangt gewisse Voraussetzungen, um hier erfolgreich argumentieren zu können, Voraussetzungen, die in 99% der Fälle nicht gegeben sind.

Zudem und das sollte man nicht vergessen, werden es meist nur die als „zuverlässig“ geltenden Hundebesitzer sein, die sich an eine solche Beschilderung halten und mittlerweile schon ein klein wenig frustriert nach Auswegen suchen.

Foto Ferdinand Wimmer

Videoüberwachung
Der Bogen wird eindeutig überspannt, wenn man entlang der Grund- und Mittelschule nun eine Beschilderung vorfindet, die gleichfalls die spärlich vorhandenen Grünflächen vor den Hinterlassenschaften von Hunden schützen sollen und zudem darauf hinweisen, dass diese Flächen videoüberwacht seien. Da sich die Überwachung nicht auf die Grünflächen beschränken kann, ergibt sich daraus eine Überwachung von öffentlichen Plätzen und Straßen, die nur unter sehr bestimmten Voraussetzungen zulässig ist. Voraussetzungen die rund um das Schulgelände nicht gegeben sind.

Hier wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen und zudem gegen die eindeutigen Bestimmungen des Datenschutzes verstoßen. Bei allem Verständnis für die Verärgerung über den Missbrauch als Hundetoilette, dennoch, was zu weit geht, geht zu weit und das auch dann, wenn es pädagogisch angeordnet und von der Gemeinde abgenickt wird.

Foto Ferdinand Wimmer

Gezieltes Vorgehen
Sehr vorsichtig muss man an die Thematik herangehen, da aus dem Versuch Abhilfe zu schaffen nur zu schnell eine „Hexenjagd“ hervorgehen kann. Trotzdem gilt es Mittel und Wege zu finden jene Hundehalter*innen zur Verantwortung zu ziehen, die sich über allen guten Sitten und vor allem über geltendem Recht sehen.
Größere Kommunen praktizieren dazu längst ein DNA – Verfahren, bei dem von allen gemeldeten Hunden eine DNA – Probe genommen wird und beim Vorfinden von Hinterlassenschaften mittels Gegenproben der Verursacher hieb und stichfest ermittelt wird. Dieser hat in der Folge die Kosten für die Ermittlung, die Bearbeitungs- und Reinigungsgebühren zu tragen. Kosten die in manchen Kommunen mit € 1.500, — angesetzt sind.
Bei solch hohen Summen sollte selbst der lernresistenteste Hundehalter*in angeregt sein zu überlegen, ob man sich diesen Luxus auf Dauer leisten kann. Erste Gerichtsurteile in dieser Angelegenheit geben den Kommunen Recht, die Umsetzung zeigt deutliche Erfolge.

Übergriffe auf Menschen
Leider mehrten sich auch solche in der jüngeren Vergangenheit und so mussten sogar Schulkinder, während ihrer Pause, die unschöne Erfahrung machen von einem Hund attackiert und verletzt zu werden.
Auch ein Pater der Redemptoristen fiel einer solchen Hundeattacke zum Opfer, damals kümmerte sich der verantwortliche Hundehalter*in nicht mal um den durch eine Bisswunde verletzten und in der Folge gestürzten Pater.
Diese zwei Vorkommnisse, bei denen insgesamt 3 Menschen zu Schaden gekommen sind, sind bereits 3 zu viel, die Unverfrorenheit sich nicht wenigstens umgehend um das Opfer zu kümmern (im Fall des Paters) und zu seiner Verantwortung zu stehen zeigt, dass eben manche Hundebesitzer*innen, sich der Verantwortung nicht bewusst sind, oder sich dieser schlicht aus Gleichgültigkeit zu entziehen versuchen.
Auch hier bleibt als einziges Mittel nur gegen auffällig gewordene Hunde eine Maulkorbpflicht zu verhängen, die jederzeit durch die Kommune ausgesprochen werden kann.

Höchst bedauerlich ist zudem, dass durch solch unverantwortliches Verhalten eine beliebte Wanderstrecke gesperrt wurde und dies auch deswegen, weil man sich an alt hergebrachte Verhaltensregeln nicht hält die da besagen, dass eben das Schulgelände, resp. der angrenzende Weg, während der Schulzeit tabu sind.

Eigentlich sind wir Eure besten Freunde

Kollektivstrafen
Mehr und mehr setzt sich der Irrglauben durch mit Kollektivstrafen die Problematik in den Griff zu bekommen, dem wird aus einfachen Gründen jedoch nicht so sein, den verantwortungsbewusste Hundehalter muss man nicht zu ihrer Verantwortung ermahnen, der geringe Prozentsatz jener Hundebesitzer*innen, die sich dieser entziehen, wird sich auch von Kollektivstrafen nicht beeindrucken lassen. Im Gegenteil, diese sehen sich in ihren vermeintlichen „Rechten“ beschnitten und werden erst recht und demonstrativ, weil in den meisten Fällen ja auch anonym, gegen die eigentlich selbstverständlichen Verhaltensregeln verstoßen.

Alle sind wir aufgerufen das Verhalten der in der Minderheit befindlichen Hundehalter*innen, die sich über jedem Recht sehen, keinen Tag länger zu tolerieren und sich diesen im Interesse der Allgemeinheit entschieden entgegen zu stellen, nur dann wird man diese entweder zur Vernunft oder zu der Überzeugung bringen, dass sie ohne Vierbeiner einen deutlich angenehmeren und vor allem günstigeren Weg durchs Leben gehen können.

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